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Zentrale Informationen zu dezentralen Systemen.
Im Learning Center findest Du alle nötigen Grundlagen zu Blockchain und Distributed Ledger Technologien.
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Blockchain.
Laut The Guardian ist Blockchain das Buzzword des Jahres 2018 (Busby, 2018). Betrachtet man jedoch die Gesamtmarktkapitalisierung von Kryptowährungen, die Anfang Dezember 2018 von 831 Mrd. auf 134 Mrd gesunken ist, so muss neben den Kryptowährungen auch etwas mehr am Blockchain-Hype dran sein (vgl. coinmarketcap.com). 

Satoshi Nakamoto (2008) hat mit dem Whitepaper "Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System" erstmals das Problem der doppelten Ausgaben (double spending) für digitale Vermögenswerte gelöst. Die zugrundeliegende Technologie hinter Bitcoin - die Blockchain - ermöglicht durch eine unveränderbare, verteilt gespeicherte und öffentliche Liste aller Transaktionen, dass digitale Vermögenswerte nicht mehrfach ausgegeben werden können. (Lewrick und Di Giorgio, 2018, S. 23)

WAS MACHT EIN NOTAR?

Ein Notar authentifiziert, zertifiziert und bewahrt Daten auf. Genau wie eine Blockchain!

BLOCKCHAIN DEFINITION 

Aus technischer Sicht ist eine Blockchain eine Liste validierter Transaktionen-Blöcken, welche sequentiell aneinander gereiht sind. Jeder Block enthält mehrere Transaktionen, einen Zeitstempel sowie den digitalen Fingerabdruck des vorherigen Blocks. Über diesen Fingerabdruck, der durch einen kryptografischen Algorithmus (Hash Algorithmus) erstellt wird, werden die Blöcke miteinander verknüpft. (Antonopoulos, 2018, S. XXIII, XXIV).
Abbildung 1 zeigt, wie Blöcke über die digitale Signatur (Hash) des vorherigen Blocks miteinander verknüpft werden. Das Ergebnis der Validierung ist ein Platzhalter (Nonce), der ungültig wird, sobald jemand versucht, die Transaktionsdaten innerhalb eines vorhergehenden Blocks zu manipulieren. 
Abbildung 1: Architektur einer öffentlichen Blockchain (in Anlehnung an Nakamoto, 2008)
Die Blockchain ist eine dezentrale Datenstruktur, die durch kryptografische Signaturen und "Hash"-Codes Eigenschaften der Unveränderbarkeit und Nachvollziehbarkeit garantiert. 
Lewrick und Di Giorgio (2018, S. VII) ergänzen diese eher technische Beschreibung um eine weitere Dimension, indem sie eine Blockchain als dezentrale Datenstruktur definieren, die mit Hilfe kryptographischer Signaturen die Unveränderlichkeit und Rückverfolgbarkeit der Daten gewährleistet. 

Was 2008 mit einem ersten Whitepaper von Satoshi Nakamoto begann, wird nun auf andere Bereiche übertragen. Mit der Einführung von Ethereum im Jahr 2015 wurde die erste Blockchain entwickelt, auf der regelbasierte Verträge zu digitalen Vermögenswerten (Smart Contracts) abgeschlossen werden können. 

Dadurch ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten weit über Kryptowährungen hinaus. So können öffentliche Blockchains teilweise Aufgaben von Intermediären wie Banken oder Versicherungen durch Dezentralisierung und regelbasierte Verträge ersetzen und bieten Eigenschaften wie Unveränderlichkeit, Datenschutz, Vertrauen, Kompatibilität, Transparenz, Redundanz und Offenheit (Hosp, 2018, S.70).

6 Eigenschaften einer Blockchain

KONSISTENT

Alle Teilnehmer in einem System haben eine gemeinsame Sicht auf die Informationen.

UNVERÄNDERBAR

Transaktionen können auf ihre Legitimität geprüft werden und sind vor Manipulationen und Änderungen geschützt.

AUTOMATISIERT

Durch regelbasierte Verträge lassen sich Interaktionen programmieren und somit selbstständig ausführen.

VERIFIZIERBAR

Informationen können von allen beteiligten Parteien überprüft und im Konsens verifiziert werden.

EINDEUTIG

Jeder digitale Vermögensgegenstand kann mit einer eindeutigen Identität erfasst und bestimmt werden.

VIELSEITIG

Eine Blockchain hat vielseitige Anwendungsmöglichkeiten und eignet sich besonders dann, wenn Vertrauen zwischen Parteien ohne Intermediär hergestellt werden soll.

Quelle:  Live aus dem Krypto Valley - Di Giorgio und Lewrick (2018)

ARTEN VON BLOCKCHAINS

Technisch gesehen wird eine Blockchain durch das Erstellen eines Protokolls erzeugt, welches die Regeln der Datenstruktur festlegt und den Teilnehmern zur Verfügung stellt. Diese setzen die Blockchain gemäss Protokoll um und halten sie auf dem neuesten Stand. (Hosp, 2018, S. 62). 

Blockchain-Protokolle können sich in verschiedenen Aspekten unterscheiden. So können Daten auf einer Blockchain beispielsweise entweder öffentlich sichtbar (public) oder nur für ausgewählte Teilnehmer sichtbar (private) sein. Andererseits kann der Zugang respektive die Teilnahme im Netzwerk offen (open/ permission-less) oder beschränkt (permissioned) sein. Die meisten öffentlichen Blockchains sind ebenfalls offen, was bedeutet, dass jeder am Netzwerk teilnehmen kann. Zugangsbeschränkte Blockchains hingegen kontrollieren und zertifizieren die Teilnahme an Transaktionen innerhalb des Netzwerks. Die Art des Zugangs wirkt sich ebenfalls auf den Netzwerktyp aus. So kann beobachtet werden, dass offene Blockchains wie Bitcoin oder Ethereum eine grössere Anzahl an Netzwerkknoten (nodes) aufweisen als zugangsbeschränkte wie z.B. Corda oder Hyperledger.

Somit sind vier Kombinationen verschiedener Blockchain-Typen möglich: öffentlich & offen; öffentlich & zugangsbeschränkt; privat & offen sowie privat & zugangsbeschränkt. (Hosp, 2018, S. 64 - 65). Je nach Typ eignet sich eine andere Art der Konsens-Findung. Öffentliche Blockchains verwenden den Rechenleistungs-intensiven Proof-of-Work Algorithmus (mining), um zwischen allen Teilnehmern korrekte Transaktionen zu bestätigen. Aufgrund der vorherigen Zugangsprüfung arbeiten permissioned Blockchains demnach oftmals mit einfacheren Algorithmen wie Byzantine Fault Tolerance oder Proof-of-Authority.
Ein weiterer wesentlicher Unterschied zwischen den verschiedenen Blockchains ist das Interaktionslevel. Während Bitcoin ursprünglich nur als digitale Liste von Transaktionen angedacht war, wurde mit Ethereum im Jahr 2015 erstmals eine Plattform für den Wertaustausch mittels programmierbaren Smart Contracts geschaffen. 

Von den vier genannten Blockchain-Arten, kommen öffentliche und offene (public & open) sowie private und zugangsbeschränkte (private & permissioned) Blockchains am häufigsten vor.

Public & Open

Öffentliche (public) Blockchains gewährleisten eine Transparenz der innerhalb des Netzwerks für alle. Die gängigsten öffentlichen Blockchains wie Bitcoin und Ethereum sind zudem auch offen (open). Das bedeutet, dass im Gegensatz zu einem zugangsbeschränkten Netzwerk jeder beitreten und entweder anonym oder pseudonym teilnehmen kann (Swanson, 2015, S. 5; Hosp, 2018, S. 64). Öffentliche und offene Blockketten wie das Bitcoin-Netzwerk garantieren durch den Proof-of-Work-Algorithmus, dass digitale Assets nicht multipliziert werden können (Lewrick und Di Giorgio, 2018, S. 23).

Private & Permissioned

Im Gegensatz zu öffentlich (public), bezieht sich privat (private) auf Transaktionen oder Daten, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Zugangsbeschränkt (permissioned) hingegen bedeutet, dass nur Teilnehmer mit bekannten Identitäten (z.B. Whitelist oder Blacklist) dem Netzwerk beitreten können. Die meisten Unternehmens-Blockchains fallen unter diese Kategorie (Hosp, 2018, S. 65). Zugelassene Systeme erfordern daher eine Art von Identifikation, wie z.B. KYC- (know your customer) oder KYB- (know your business) Verfahren. (Swanson, 2015, S. 5)

SMART CONTRACTS

Was ist ein Smart Contract und warum benötigt man dafür eine Blockchain? Ein Smart Contract ist ein programmierter und regel-basierter digitaler Vertrag auf der Blockchain. Im Gegensatz zu herkömmlichen Verträgen sind Smart Contracts eindeutig und werden automatisch verarbeitet (Lewrick & Di Giorgio, 2018, S. 73).

Der Begriff "Smart Contract" wurde erstmals von Nick Szabo (1994) einem Kryptografen und Computer Scientist, verwendet. In der Kombination von digitalen Verträgen und der Architektur einer Blockchain wird durch die Gemeinschaft (Miner) sichergestellt, dass die vereinbarten Vertragsbedingungen in jedem Fall automatisch ausgeführt werden (Hosp, 2018, S. 122).
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SMART CONTRACT BEISPIEL

Am besten erklärt sich die Funktionsweise eines Smart Contracts an einem Beispiel: Im Online-Handel verwenden heute viele Menschen PayPal als Zahlungsmittel. Unter anderem darum, weil bei Nicht-Erfüllung der vereinbarten Leistung das Geld einfach zurückgefordert werden kann. Mit einem Smart Contract lässt sich diese Zahlungsabwicklung beispielsweise automatisieren, ohne dass eine zentrale Partei wie PayPal benötigt wird. Bei einer Online-Bestellung zahlt der Käufer das Geld in einen Smart Contract z.B. auf der Ethereum Blockchain. Sobald das Paket per Post zugestellt und durch eine digitale Unterschrift bestätigt wurde, leitet der Smart Contract die Zahlung weiter an den Verkäufer. Findet die Zustellung nicht statt, wird die Zahlung dem Käufer automatisch zurückerstattet. 

Während in obigem Beispiel vom Online-Handel PayPal für die Gewährleistung der Vertragseinhaltung eine Gebühr verlangt, hat PayPal auch die Kontrolle darüber, ob und wann eine Zahlung genehmigt wird. In einem Smart Contract hingegen gibt es keine zentrale Partei, welcher vertraut werden
muss. Der regelbasierte Vertrag ist dezentral auf allen Knotenpunkten einer Blockchain gespeichert und kann nicht verändert werden. Di Giorgio & Lewrick (2018, S. 75) fassen wie folgt zusammen: 

Auf der Blockchain ist die Ausführung - anstelle von Intermediären und Papierdokumenten - durch das System garantiert, transparent und vor Fälschung geschützt.

Die wohl bekannteste Anwendung von Smart Contracts heute sind Initial Coin Offerings (ICOs). Als neue Möglichkeit für Jungunternehmen zur Kapitalaufnahme, Gestaltung von Beteiligungsverhältnissen, Anreizstrukturen und Gewinnausschüttungen sind ICOs in den letzten Jahren sehr populär geworden. Dabei wird Geld (meist in Form von Bitcoin oder Ethereum) in einen Smart Contract einbezahlt. Dieser vergütet der Person dann automatisch denselben Wert in Coins oder Tokens des entsprechenden Unternehmens. 

6 Eigenschaften von Smart Contracts

VERTRAUENSFREI

Smart Contracts ersetzen das Vertrauen in Intermediäre durch Vertrauen in den Code.

AUTOMATISIERT

Der Vertrag führt sich selbst aus, sobald die definierten Konditionen erfüllt sind.

INTELLIGENT

Der Smart Contract hat eine eingebettete Intelligenz durch klar definierte Regeln (Wenn-Dann-Regeln). Diese können sehr einfach, aber auch sehr komplex sein.

CODE IST GESETZ

Der Vertrag ist als programmierter Code unveränderbar auf die Blockchain geschrieben.

FEHLERFREI

Smart Contracts vermeiden manuelle Fehler, dadurch dass sie genau das machen, was programmiert wurde. Nichts desto trotz können sie fehlerhaft programmiert sein.

GÜNSTIG

Smart Contracts sparen dem Nutzer Kosten, da keine Gebühren für eine zentrale Drittpartei anfallen.

Quelle:  Live aus dem Krypto Valley - Di Giorgio und Lewrick (2018)

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Krypto-Ökonomie.
Unter einer Krypto-Ökonomie wird ein tokenbasiertes Business-Ökosystem in seiner Gesamtheit verstanden. Mithilfe von Distributed Ledger Technologien kann volle Transparenz und Nachvollziehbarkeit über die Wertströme in einem System hergestellt werden (Di Giorgio & Lewrick, 2018, S. 97). Durch native Coins, Tokens und Smart Contracts können so Anreiz-Systeme kreiert werden, welche alle Stakeholder dazu bewegen, sich richtig zu verhalten. Die Konzipierung solcher Krypto- oder Token-Ökonomien wird unter dem Begriff Crypto-Economic-Design oder Token-Engineering zusammengefasst. 

WIE ENTSTEHT WERT?

Wert basiert auf der Nachfrage nach einem Gut bzw. auf dem gemeinsamen Verständnis über den Nutzen eines Gutes.

COINS UND TOKENS

Ein Coin ist eine native Einheit eines Blockchain-Netzwerks wie Bitcoin. Es handelt sich um einen knappen austauschbaren (fungible) Vermögenswert, welcher einen Nutzen bereitstellt; im Falle von Bitcoin ist dieser Nutzen die Sicherung des Netzwerks durch Proof of Work. Alt-Coins (alternativ) sind native Einheiten anderer Blockchain-Netzwerke und können verschiedene Formen des Nutzens (DNS-Namen, Speicherung, Berechnung) darstellen. Dies können austauschbare (fungible) oder einzigartige (non-fungible) Einheiten sein. Token sind typischerweise knappe digitale Einheiten, die zusätzlich zu bestehenden Smart Contract Blockchains wie Ethereum ausgegeben werden. (Lockyer, 2018).
Blockchain-Projekte und dezentrale Anwendungen (Dapps) drehen sich typischerweise um ein einzelnes Kryptoasset. Die Zahlungs-, Nutz- und Investitionsfunktionalitäten sind dabei gebündelt (Lockyer, 2018).Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass diese Funktionalitäten zunehmend voneinander getrennt werden. Man spricht von einer Multi-Token-Ökonomie. Di Giorgio und Lewrick (2018, S. 117) unterscheiden hierbei zwischen drei Arten von Token:

Token-Arten

Zahlungs-Token (auch Payment-Token) werden allgemein als Zahlungs- oder Wertaufbewahrungsmittel verwendet. Hierbei kann es sich auch um native Kryptowährungen wie z.B. Bitcoin handeln.
Unter einem Nutzungs-Token wird ein digitales Zahlungsmittel verstanden, das an die Nutzung einer Applikation oder Dienstleistung geknüpft ist. Ein Beispiel ist Filecoin, bei dem der Token als Zahlungsmittel für Personen dient, welche dem Netzwerk Speicherplatz zur Verfügung stellen.
Ein Anlage- oder Security-Token übernimmt die Rolle von Anteilsscheinen oder Wertpapieren in digitaler Form. Hierbei sind auch Stimmrechte, Dividenden oder Ähnliches möglich. Die konkreten Anwendungsfälle hängen stark von der lokalen Gesetzgebung ab.

TOKEN-GENERIERUNG

Die meisten Tokens werden heute noch auf der Ethereum Blockchain abgewickelt. In sogenannten ICO's (Initial Coin Offerings) zahlen Investoren Bitcoin oder Ethereum an einen Smart Contract. Im Gegenzug erhalten sie dafür einen bestimmten Token mit einer oder mehreren der obigen Funktionen. Die Ausgabe von Anlage-Tokens wird hierbei genauer unter dem Begriff STO (Security-Token-Offering) bezeichnet. Mittlerweile übernehmen nach und nach immer mehr Kryptobörsen die Abwicklung von ICOs. Projekte können demnach ihre Finanzierung direkt über eine Börse erheben, welche diese im Vorgang prüft. Hierbei wird der Begriff Initial Exchange Offering (IEO) verwendet.
ICOs, IEOs und STOs sind Beispiele für TGEs (Token-generating events). Tokens können dabei beispielsweise auch im Voraus generiert werden (pre-mined) und müssen nicht zwingend an Investoren verkauft werden oder auf Börsen handelbar sein. 
Für die Herausgabe von Tokens haben sich auf Blockchain-Plattformen wie Ethereum unterschiedliche Standards etabliert. Dies vereinfacht die Aufnahme und Bewilligung neuer Tokens durch Börsen und Regulatoren erheblich.

Token-Herausgabe

ICOs sind eine Art Crowdfunding oder Crowd Investment Tool, welches vollständig auf der Blockchain abgewickelt wird. Die Idee eines ICOs ist es, neue Projekte zu finanzieren, indem Tokens an interessierte Investoren vorverkauft werden (Blockchain Hub, 2019).
STOs unterscheiden sich von ICOs - wie der Name schon sagt - vor allem in der Art der Tokens. Security Tokens räumen den Anlegern dieselben Rechte ein wie ein klassisches Wertpapier und fallen demnach unter die Finanzmarktgesetze (BTC-ECHO, 2019).
IEOs sind eine neue Form von ICOs bei welchen die Token-Ausgabe von Krypto-Börsen übernommen wird. Diese überprüfen neue Projekte vor der Token-Ausgabe, wodurch das Risiko für Investoren reduziert werden kann. (Sergeenkov, 2019).

ALLES ÜBER COINS UND TOKENS

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Basis Technologien.
Die Blockchain-Technologie ist eine Kombination aus den Konzepten der asymmetrischen Verschlüsselung (siehe Merkle, 1980), der digitalen Signatur (siehe Haber & Stornetta, 1997), dem Proof-of-Work-Algorithmus (siehe Back, 2002) und dem Konzept der Dezentralisierung, die erstmals von Nakamoto (2008) zu einem reinen Peer-to-Peer-Digital Cash-System kombiniert wurden. Mit dem Bitcoin-Whitepaper löste Nakamoto das Problem der doppelten Ausgaben für digitale Vermögenswerte, das zuvor noch nie gelöst worden war.  
DIGITALER FINGERABDRUCK

Mithilfe eines Hash-Algorithmus lässt sich aus einem Datensatz ein eindeutiger digitaler 'Fingerabdruck' erstellen. Eine nachträgliche Datenveränderung ist dadurch leicht identifizierbar.

HASH-FUNKTIONEN

Hash-Funktionen sind kryptografische Ein-Weg-Funktionen, welche einen Input (Text, Dokumente, etc.) in einen in der Länge begrenzten alphanumerischen Code (Hash) als Output umwandeln. Sie werden heute beispielsweise für die Signatur von Emails oder digitalen Dokumenten verwendet und bilden die Grundlage für den Proof-of-Work-Algorithmus zur Validierung von Transaktionen auf der Blockchain. (Voshmgir & Kalinov, 2018)

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ASYMMETRISCHE VERSCHLÜSSELUNG

Eine weitere wichtige Grundlage aus der Kryptografie im  Blockchain-Kontext ist die Asymmetrische Verschlüsselung oder auch Private und Public Key Verschlüsselung. Für die Aufbewahrung und Übertragung von Kryptowährungen werden solche Paare von öffentlichen und privaten Schlüsseln verwendet. Der öffentliche Schlüssel (public key) stellt dabei die Adresse, auf der sich die Coins befinden dar und kann verwendet werden, um Daten zu verschlüsseln. Der private Schlüssel (private key) hingegen ist jenem Passwort gleichzusetzen, welches benötigt wird, um diese Daten erneut zu entschlüsseln. Der private Schlüssel ermöglicht demnach den Zugang zu den eigenen Vermögenswerten auf der Blockchain und soll somit in jedem Fall sicher aufbewahrt werden. 
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KONSENS-MECHANISMEN

In einer Krypto-Ökonomie sind die wirtschaftlichen Anreize so konzipiert, dass sie fehlertolerant, unangreifbar und sicher vor Absprachen sind. Diese wirtschaftlichen Anreize sind an einen kryptographischen Token gebunden und dienen dazu Transaktionen auf der Blockchain zu validieren respektive eine Übereinstimmung über die korrekten Transaktionen im Netzwerk zu finden (Konsens). Hierfür gibt es unterschiedliche Konsens-Mechanismen. (Voshmgir & Kalinov, 2017)
WAS HABEN DER RUBIK'S CUBE UND MINING GEMEINSAM?

Den Dreh-Würfel zu lösen benötigt viel Zeit. Die richtige Lösung ist in Sekunden überprüft. Genau wie der gefundene Hash beim Mining.

PROOF-OF-WORK

Proof-of-Work (PoW) war der erste Konsens-Algorithmus einer Blockchain. Von Satoshi Nakamoto für den Einsatz in der Bitcoin Blockchain entwickelt, verdanken wir PoW die hohen Mining-Aktivitäten und den damit einhergehenden Stromverbrauch. Bei PoW handelt es sich um ein funktionierendes System. Dies ist bereits weit mehr ist, als wir für viele andere Konsensverfahren sagen können. Zu diesem Zeitpunkt wird PoW jedoch bereits als veraltete Technologie betrachtet. So verlagert Ethereum den Konsens-Algorithms weg von PoW zum energieeffizienteren und wirtschaftlicheren System - Proof-of-Stake (PoS). (Whiterspoon, 2018)
In PoW lösen Miner schwierige kryptografische Rätsel (vergleichbar mit dem Lösen eines Rubik's Cubes), um zu beweisen, dass eine gewisse Menge an Rechenleistung aufgewendet wurde, um Transaktionen zu validieren.

Alle Miner arbeiten simultan an derselben Aufgabe und stehen im Wettbewerb zueinander. Findet einer der Miner die korrekte Lösung, teilt er diese mit dem gesamten Netzwerk und ein neuer Block wird generiert. Ist die Lösung korrekt, was leicht überprüfen lässt (vergleichbar mit der Lösung des Rubik's Cubes), erhält er eine Entlohnung. Die Miner versuchen nun den nächsten Transaktions-Block zu lösen, welcher auf dem vorhergehenden basiert. Proof-of-Work gewährleistet somit chronologische Ordnung von Transaktionsblöcken. Die Miner vertrauen dabei immer derjenigen Blockchain, die am längsten ist bzw. derjenigen, in die bereits die meiste Rechenarbeit geflossen ist. Eine Datenmanipulation wird dadurch extrem rechenintensiv und bedarf 50 Prozent der Rechenleistung des gesamten Netzwerks. Stark dezentralisierte Blockchains, welche den PoW-Algorithmus verwenden, werden deshalb als nicht manipulierbar angesehen.

TRANSAKTION

Neue, unverifzierte Transaktionen werden durch die Netzwerkknoten geteilt (Broadcast).

VERBINDEN

Die Miner verbinden sich mit der Sammlung aller Transaktionsdaten (Mempool), um diese zu verifizieren.

VALIDIEREN

Transaktionen werden ausgewählt, validiert und einem Block zugeordnet.

VERKETTEN

Die Miner erweitern jeweils die längste Kette, in welche bereits am meisten Rechenleistung geflossen ist.

RÄTSEL

Die Miner lösen das Proof-of-Work-Rätsel bzw. suchen nach einem bestimmten Wert, der auf dem vorherigen Block basiert.

BESTÄTIGEN

Sobald ein Miner das Rätsel löst, teilt er die Lösung mit dem Netzwerk und wird dafür entlohnt. Der Block wird zur Blockchain hinzugefügt.

PROOF-OF-STAKE

In PoS werden die Blöcke nicht durch Rechenleistung validiert, sondern von Minern, die ihre Token darauf verwetten, welche Blöcke gültig sind. Im Fall von Uneinigkeiten verwenden die Miner ihre Token, um darüber abzustimmen, welche Version sie unterstützen wollen. Angenommen, die meisten Leute stimmen für die richtige Version, so würden diejenigen, die für die falsche Version gestimmt haben, ihren eingesetzten Anteil verlieren. Somit werden auch bei PoS Anreize geschaffen, dass nur korrekte Transaktionen validiert werden. (Whiterspoon, 2018)

Lotterie

Bei Proof-of-Work hat derjenige mit der grössten Rechenleistung die höchsten Gewinnchancen (den nächsten Block zu Minen). In Proof-of-Stake derjenige mit den meisten Coins (Stake). Genau wie in der Lotterie (Anzahl Lose).

WEITERE KONSENS-MECHANISMEN

Delegated Proof-of-Stake (DPoS)

In DPoS stimmen die Inhaber von Token nicht selbst über die Gültigkeit der Blöcke ab, sondern wählen Vertreter, die die Validierung in ihrem Namen durchführen. In der Regel gibt es in einem DPoS-System zwischen 21-100 gewählte Vertreter. Die Delegierten werden regelmässig gemischt und erhalten den Auftrag, ihre Blöcke einzureichen. (Whiterspoon, 2018)

Proof-of-Authority (PoA)

Proof-of-Authority ist ein Konsensverfahren, bei dem Transaktionen durch genehmigte Benutzer validiert werden, ähnlich wie Systemadministratoren. Diese Konten stellen die Instanz dar, von der andere Knoten ihre Wahrheit erhalten. PoA hat einen hohen Durchsatz von Transaktionen und ist für private Netzwerke optimiert. PoA wird meist nicht in einer öffentlichen Blockchain verwendet, da es sich um eine zentralisierte Lösung handelt. (Whiterspoon, 2018)

Byzantine Fault Tolerance (BFT)

Die byzantinische Fehlertoleranz (BFT) ist die Eigenschaft eines Systems, das in der Lage auch dann zu funktionieren, wenn einige der Knoten ausfallen oder böswillig handeln. In anderen Worten muss die Mehrheit der Teilnehmer innerhalb eines verteilten Netzwerks sich einigen um einen Totalausfall zu vermeiden. Dafür werden mindestens ⅔ ehrliche Netzwerkknoten benötigt. Wenn die Mehrheit des Netzwerks beschliesst, böswillig zu handeln, ist das System angreifbar. (Binance, 2019)

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Zukunfts-Technologien.
Aktuell befindet sich die Blockchain-Technologie noch immer in einem sehr frühen Stadium. Viele Projekte beschäftigen sich mit Themen wie der Skalierung von dezentralen Plattformen, oder Governance Modellen für diese. Andere wiederum versuchen die Privatsphäre oder auch die Sicherheit bei Kryptowährungen zu verbessern und wiederum andere beschäftigen sich damit, die neuen Technologien mit bestehenden Gesetzen in Einklang zu bringen. 
Im Abschnitt Zukunftstechnologien behandeln wir technologische Neuerungen und spannende Projekte, welche sich mit genau diesen Themen auseinandersetzen. Hierbei kann es sich um neuartige Konsens-Mechanismen, Side-Chain Lösungen wie das Bitcoin Lightning Network oder aber um innovative On-Chain Governance Modelle bei dezentralen Plattformen handeln. 
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ENTWICKLUNGEN 

Emerging Technologies

Zukunfts-Technologien

1. Oktober 2018

Wir arbeiten laufend an neuen Artikeln. Weitere Artikel sind bald verfügbar.

Tutorials.
Anleger im Krypto-Bereich sollten nicht nur stets gut informiert über ihre Investitionsobjekte sein, sondern müssen sich auch intensiv mit den unterschiedlichen Wallets und Börsen auseinandersetzen. In unseren Tutorials erfährst Du alles über das Kaufen, Aufbewahren, Handeln und Transferieren von Kryptowährungen.

Grundsätzlich ist dabei stets auf die Wahl vertrauenswürdiger Instanzen zu achten. Die meisten Kryptobörsen sind heutzutage zentralisiert und anfällig für Hackerangriffe. Aus diesem Grund wird empfohlen, wenn möglich Kryptowährungen von den Handelsplattformen abzuziehen und die zugehörigen Private Keys in einer Hard- oder Software-wallet zu verwahren. 
In der einfachsten Form wird der private Schlüssel auf ein Stück Papier geschrieben (paper wallet) oder auf einen tragbaren Speicher geladen und in einem Tresor oder Bankschliessfach offline verwahrt (cold storage). Praktikablere Lösungen sind Mobile-, Desktop-, oder dedizierte Hardware Wallets wie zum Beispiel diejenigen von Ledger oder Trezor

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ANLEITUNGEN 

Tutorials

Wie kaufe ich Kryptowährungen (in Liechtenstein)?

4. November 2019

Viele von Ihnen haben sich wahrscheinlich schon gefragt, wie man Kryptowährungen am einfachsten und sichersten kaufen kann. Nicht unbedingt, weil es s...

Quellenverzeichnis
Antonopoulos, A. M. (2014). Mastering Bitcoin: unlocking digital cryptocurrencies. " O'Reilly Media, Inc.".
Blockchain Hub. (2019). What is an ICO? Initial Coin Offering - Blockchain Tokens. Abgerufen 21. April, 2019, von https://blockchainhub.net/ico-initial-coin-offerings/
Busby, M. (2018, 1. Februar). Blockchain is this year's buzzword - but can it outlive the hype? Abgerufen 3. März, 2019, von https://www.theguardian.com/technology/2018/jan/30/blockchain-buzzword-hype-open-source-ledger-bitcoin
BTC-ECHO. (2019, 17. April). Was ist ein STO (Security Token Offering)? Abgerufen 21. April, 2019, von https://www.btc-echo.de/tutorial/security-token-offering-definition-was-sind-stos/
Di Giorgio, C., & Lewrick, M. (2018). Live aus dem Krypto-Valley: Blockchain, Krypto und die neuen Business Ökosysteme.
Hosp, J. (2018). Blockchain 2.0: einfach erklärt – weit mehr als nur Bitcoin. München, Deutschland: FinanzBuch Verlag.
Lockyer, M. (2018, 22. Juni). Designing Multi-Token Economies. Abgerufen 18. Februar, 2019, von https://hackernoon.com/designing-multi-token-economies-7c7f39916e?gi=89391e2312a6
Sergeenkov, A. (2019, 27. März). Initial Exchange Offering — The Next Popular Fundraising Scheme In Crypto? Abgerufen 21. April, 2019, von https://hackernoon.com/initial-exchange-offering-the-next-popular-fundraising-scheme-in-crypto-aa1c58679b98?gi=f999ad280c1d
Szabo, N. (1994). Smart contracts, 1994. Virtual School.
Voshmgir, S., & Kalinov, V. (2017, 30. September). Blockchain: A Beginners Guide. Abgerufen 3. Februar, 2019, von https://s3.eu-west-2.amazonaws.com/blockchainhub.media/Blockchain+Technology+Handbook.pdf
Voshmgir, S., & Kalinov, V. (2018, 11. September). Cryptography & Blockchain Infographic - BlockchainHub. Abgerufen 3. Februar, 2019, von https://blockchainhub.net/blog/infographics/cryptography-blockchain-infographic/