Basic Technologies, General

Blockchain 101

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Bitcoin, Blockchain, Smart Contracts und die Token-Ökonomie: die Liste an Blockchain-spezifischen Begriffen ist lang. Mit dem Blockchain 1x1 haben wir uns zum Ziel genommen, die wichtigsten Begriffe thematisch einzuordnen und schrittweise aufzuarbeiten.
Bitcoin - Ein elektronisches Geldsystem ohne Intermediäre
Mit dem Whitepaper “Bitcoin: A-Peer-to-Peer Electronic Cash System” hat Nakamoto (2008) erstmals eine Lösung für das ‘Double Spending’ Problem für digitale Zahlungsmittel präsentiert. Darin wird beschrieben, wie mit der Hilfe von Kryptografie sichergestellt werden kann, dass jeder Bitcoin nur einmal existiert und somit nicht doppelt ausgegeben werden kann. Um dies zu ermöglichen, validieren global verteilte Netzwerkknoten die einzelnen Transaktionen mittels gemeinsamer Überprüfung und werden entsprechend in Bitcoin entlohnt. Dies ist insofern revolutionär, als es durch Bitcoin erstmals möglich ist, unabhängig von Intermediären wie Banken oder Zahlungsdienstleistern länderübergreifende Zahlungen abzuwickeln. Dies reduziert nicht nur die Gebühren, sondern schafft ein offenes und transparentes Netzwerk, welches für jeden zugänglich ist.

Das Bitcoin Whitepaper
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Blockchain - Das Wertversprechen der Technologie
Die Technologie hinter der Kryptowährung Bitcoin wird aufgrund der sequentiellen Aneinanderreihung und kryptografischen Verkettung von Datenblöcken als Blockchain bezeichnet. Die dezentrale Datenhaltung, die verteilte Validierung und Verkettung der Datensätze schafft unter der Verwendung von Kryptografie ein transparentes, offenes und manipulationssicheres System ohne Bedarf nach einer zentralen Drittpartei. (Zheng et al. 2017)

Anwendungen der Blockchain Technologie
6 Mythen zur Blockchain Technologie
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Web 3.0 - Die Vision des dezentralen Internets
Während mit dem Aufkommen des Internets im Web 1.0 durch Webseiten wie Yahoo.com der Informationskonsum radikal verändert hat, bot das Web 2.0 die Möglichkeit von Interaktionen und Kommunikation über das Internet. Beispiele hierfür sind Wikipedia, Foren wie z.B. reddit und Social Media Plattformen. Sowohl Web 1.0 als auch Web 2.0 Anwendungen basieren auf einem Client-Server Internet, einer Daten-Monarchie einzelner Unternehmen und Netzwerkeffekten von zentralen Plattformen. Die Blockchain-Technologie eröffnet das Dritte Zeitalter des Internets und ermöglicht im sogenannten Web 3.0 eine Demokratisierung und Liberalisierung der Datenhaltung sowie Interaktionen über dezentrale Plattformen ohne Intermediäre wie Google, Facebook oder Amazon. (Voshmgir, 2016)

Das Internet der Werte
Vision des Web 3.0 (Web3 Foundation)
Kryptowährungen - Digitale Vermögenswerte und Anreizsystem zugleich
Als Kryptowährungen oder auch Coins werden native Währungseinheiten einer Blockchain bezeichnet. Eine Kryptowährung dient demnach gleichermassen als Anreizsystem für die Netzwerkknoten und -teilnehmer als auch als digitales Zahlungsmittel. Somit stellt sich die Frage, ob Bitcoin bereits als Währung bezeichnet werden kann. Gemäss Petry (2017) können „aus der ökonomischen Perspektive heraus keine klare Grenze gezogen werden [...], Bitcoin jedoch am sinnvollsten als universelle Kryptowährung zu definieren ist.“ Mittlerweile gibt es unzählige weitere Kryptowährungen, welche versuchen den Einschränkungen von Bitcoin entgegenzusetzen und beispielsweise höhere Privatsphäre oder schnellere Transaktionen anstreben.

Kryptowährungen kaufen (in Liechtenstein)
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Ethereum - Eine Plattform für dezentrale Applikationen und Smart Contracts
Mit dem Ethereum Whitepaper hat Buterin (2013) das Anwendungspotenzial der Blockchain Technologie um ein weiteres Kapitel erweitert. Im Jahr 2015 startete mit Ethereum die erste Plattform für dezentrale Applikationen (DApps). Dafür kombiniert Ethereum die dezentrale Datenhaltung und Transaktionsvalidierung einer Blockchain mit der Möglichkeit komplexe Business-Logiken programmatisch abzubilden. Dadurch schafft die Plattform die Möglichkeit, Geschäftsprozesse mit digitalen Vermögenswerten automatisiert und regelbasiert, transparent und sicher abzuwickeln. In diesem Zusammenhang wird auch von Smart Contracts und dezentralen autonomen Organisationen (DAOs), welche durch Smart Contracts ermöglicht werden gesprochen.

Das Ethereum Whitepaper
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Token-Ökonomie - Digitalisierung von Vermögenswerten
Grundsätzlich wird bei digitalen Vermögenswerten zwischen Coins (nativen Kryptowährungen einer Blockchain) und Tokens unterschieden. Tokens sind typischerweise in der Menge beschränkte digitale Einheiten, welche Vermögenswerte oder Wirtschaftsgüter repräsentieren. Klassischerweise werden Tokens über einen Smart Contract generiert. Ein solcher regelbasierter Vertrag vergütet die Zahlung, welche meistens in Bitcoin oder Ethereum erfolgt. Diese Ausgabe von Tokens wird auch Initial Coin Offering (ICO) genannt. Heute bestehen eine Vielzahl von Token mit unterschiedlichen Anwendungsgebieten. So können alle Arten von Vermögenswerten oder Rechten tokenisiert werden. Aus disem Grund wird statt dem Begriff ICO im Allgemeine von Token Generating Events (TGEs) gesprochen. (Tasca et al., 2017; Zheng et al., 2017)

Die Token-Ökonomie
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Distributed Ledger Technologies - Anwendung und Weiterentwicklung 
Unter dem Begriff der Distributed Ledger Technologien (DLT) werden heute unterschiedliche Lösungen von dezentralen Datenbanken zusammengefasst, welche Eigenschaften der Blockchain-Technologie in unterschiedlicher Ausprägung beinhalten. Es wird unterschieden zwischen öffentlichen Blockchains wie Bitcoin oder Ethereum bei welchen jeder uneingeschränkt teilnehmen kann und privaten Blockchains wie z.B. Hyperledger Fabric mit einer Beschränkung der Netzwerkteilnehmer. Zudem kommen vermehrt Lösungen auf, welche ähnliche Strukturen und Eigenschaften aufweisen wie eine Blockchain, aber aus technischer Sicht nicht mehr als solche bezeichnet werden können. Beispiele dafür sind sogenannte Hashgraphs oder Directed Acyclic Graphs (DAG). Aus diesem Grund wird gemeinhin der Sammelbegriff der DLT verwendet. (Tasca et al., 2017) 

DLT Taxonomie nach Tasca et al. (2017)
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Mit dem Research Lab bauen wir aktuell eine indexierte Sammlung von Quellen unterschiedlicher Art in einem Open Source Ansatz auf. Mehr erfahren!
Quellen
Nakamoto, S. (2008). Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System [Whitepaper]. Abgerufen am 2. November, 2019 von https://bitcoin.org/bitcoin.pdf

Buterin, V. (2013). A Next-Generation Smart Contract and Decentralized Application Platform [Whitepaper]. Abgerufen am 3. November, 2019 von https://github.com/ethereum/wiki/wiki/White-Paper

Heiko, P. (2017). Währung oder nicht? Eine Einordnung und Definition von Bitcoin. Abgerufen am 6. November, 2019 von https://www.alexandria.unisg.ch/publications/254174

Tasca, P., Thayabaran, T., & Tessone, C. J. (2017). Taxonomy of Blockchain Technologies. Principles of Identification and Classification. CoRR, abs/1708.0. Abgerufen von http://arxiv.org/abs/1708.04872

Voshmgir, S. (2016). Blockchains, Smart Contracts und das Dezentrale Web. In Technologiestiftung Berlin .

Zheng, Z., Xie, S., Dai, H., Chen, X., & Wang, H. (2017). An Overview of Blockchain Technology: Architecture, Consensus, and Future Trends. Proceedings - 2017 IEEE 6th International Congress on Big Data, BigData Congress 2017. https://doi.org/10.1109/BigDataCongress.2017.85

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Severin Kranz

Severin Kranz arbeitet seit mehreren Jahren als Consultant im Fintech-Bereich sowie in der Vermögensverwaltung. Seit 2015 setzt er sich zudem mit dem Thema Kryptowährungen und Blockchain auseinander. Durch seinen Master in Business Innovation an der Universität St. Gallen hat er sich zudem auf mensch-zentrierte Innovationen und Design Thinking spezialisiert.